Als Teilnehmer eines Meetings aller Mitarbeiter des Unternehmens TQsoft fragte ich nach dem Treffen: „Wie häufig findet dieses statt?“ Die Antwort war „täglich“. Nachdem ich erklärt hatte, dass dies eine spezielle Art des Daily StandUps sei, wollte der Geschäftsführer sofort wissen „Wie Scrum sind wir eigentlich?“. Um diese Frage zu beantworten, haben wir alle Prozessbausteine (hier: Scrum Praktiken) von Scrum aus dem Scrum Guide extrahiert und als Checkliste verwendet. Eine andere Möglichkeit wäre gewesen, existierende Checklisten, wie z.B. die von Kniberg zu verwenden, welche meist auch detaillierter sind. Die Problematik dieser Checklisten ist allerdings, dass den Mitarbeiter des zu analysierenden Unternehmens die darin genutzten Begriffe oftmals unbekannt sind und sie deshalb die enthaltenen Fragen nicht beantworten können.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es einer „Übersetzung“ bedarf, so wie es auch beim Daily StandUp der Fall war. Wir als Forschungsprojekt ProKoB sind der Meinung, dass selbst mit noch so viel künstlicher Intelligenz, noch so vielen Ontologien oder noch so vielen Synonymen solch eine Übersetzungsaufgabe nie vollständig automatisiert werden kann. Diese Übersetzung ist speziell notwendig, da sich der Unternehmenskontext von Fall zu Fall unterscheidet. Abschließend lässt sich sagen, dass aus unserer Sicht speziell die Aufgabe der persönlichen Gesprächsführung durch Experten oder Berater als essenzieller Teil der IST-Analyse unabdingbar ist.